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Berufswahl von Jungs und Mädchen…

Ich habe letztens eine Reportage zum Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf gesehen. Da wurden Abiturienten gefragt, wie sie sich ihr späteres Familienmodell vorstellen. Mich hat es fast aus dem Sessel gehauen, wie traditionell die Vorstellungen auch heute noch bei jungen Menschen ist. Der Mann macht Karriere, will Kinder und geht davon aus, dass seine Frau zu Hause bleibt und die Erziehungs- und Haushaltsarbeit übernehmen. Die Mädchen entsprachen diesem Rollenmodell: sie wollten studieren und auch Karriere machen, sind jedoch davon überzeugt, dass sie für die Kinder die 3 Jahren Elternzeit auch nehmen möchten. So weit so gut.

Was aber wirklich spannend ist, wenn man die unterschiedlichen Verhaltensweisen bei der Familienplanung betrachtet. Wird ein Mann Vater kümmert er sich vermehr um den beruflichen Aufstieg, um die Familie ernähren zu können. Das ist von der Gesellschaft auch voll akzeptiert. Wenn eine Frau Mutter wird überlegt sie, wie sie den Beruf an die Familie anpassen kann, d.h. sie reduziert die Arbeitszeit oder die Aufgaben. Beide stehen an der gleichen Stelle, im gleichen Lebensalter: in der Rushhour des beruflichen Lebens, jetzt werden dort die Weichen gestellt. Vor dem Hintergrund des aktuellen Unterhaltsrechts ist dieses Verhalten jedoch sehr kurzfristig gedacht: die klassische Versorgerehe gibt es heute nicht mehr. Unsere Eltern haben uns das traditionelle Rollenverständnis vorgelebt unter Voraussetzungen, die es heute so nicht mehr gibt. Wenn eine Frau wegen der Familie den Beruf (langfristig) aufgibt, kann eine böse Überraschung erleben (und nicht erst im Rentenalter).

Mein Appell an die Familien: Teilt Euch sowohl die Erziehungs- als auch die Finanzverantwortung und gebt Euch gegenseitig die Chance, beruflich wie privat voranzukommen.

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